Newsbeitrag

Sieg in Berlin und packendes Derby gegen Leipzig

Das Doppelspieltagwochenende begann für unsere Floor Fighters in Berlin. In den letzten Jahren gab es hier immer knappe und hart umkämpfte Spiele für die Chemnitzer. Die Hauptstädter, die sich zu Saisonbeginn von BAT Berlin in Berlin Rockets umbenannt hatten, reaktivierten für das Spiel gegen die Floor Fighters sogar nochmal ihre alten Recken. So gab beispielsweise auch der Ex-Chemnitzer Marek Brincil sein gefühlt 5. Comeback für die Berliner.

Die Berliner begannen das Spiel mit einer sehr kompakten Defensive und wollten so den in den letzten Spielen sehr torgefährlichen Chemnitzern das Leben schwer machen. Dennoch konnten unsere Floor Fighters schon in der zweiten Spielminute durch einen Konter der zweiten Linie mit 0:1 in Führung gehen. Die Vorlage für das erste Tor des Spiels steuerte Juho Kivinen bei, die Max Sryjälä per Direktschuss verwandelte. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels hatten die Chemnitzer zwar ein Chancenplus zu verzeichnen, konnten dieses aber nicht in weitere Tore ummünzen.

Nach der erstes Pause kamen die Berliner fokussierter aus der Kabine und konnten nach sechs Minuten zum 1:1 ausgleichen. Wie schon im ersten Drittel, war das Spiel vor allem durch viele Zweikämpfe und einen sehr physischen Spielstil geprägt. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Ähnlich wie im ersten Drittel waren unsere Floor Fighters an diesem Samstag nicht so effizient vor dem Tor wie in den vergangenen Spielen. Die Berliner schafften es  auf der anderen Seite immer wieder, durch Konter Torgefahr zu erzeugen und gingen mit einer 2:1 Führung in die Pause, obwohl Chemnitz gemessen an den Spielanteilen das Spiel dominierte.

Das letzte Drittel begann für unsere Floor Fighters nach einer Minute mit einer Power-Play-Situation, die durch Magnus Scholz in der zweiten Minute zum 2:2 Ausgleich genutzt wurde. Knapp eine Minute nach seinem Ausgleichstreffer traf erneut Magnus Scholz zur 2:3 Führung, die Vorlage kam von Gustav Peters. Im weiteren Verlauf des Spiels erhöhten die Chemnitzer nun das Tempo und konnten sich so weitere Torchancen erarbeiten. 13 Minuten vor Spielende konnte Juho Kivinen nach einem Konter über mehrere Stationen zum 2:4 für die Chemnitzer erhöhen. Nachdem die Chemnitzer nun mehr Kontrolle über das Spiel hatten, musste in der 11 Minute Max Sryjälä wegen überharten Köpereinsatzes für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Unterzahlsituation konnte die Chemnitzer aber ohne Gegentor überstehen. Die Berliner agierten nun in den letzten Spielminuten ohne Torhüter und mit sechs Feldspielern und versuchten so, den Anschlusstreffer zu erzielen. Maximilian Schröder nutzte das leere Tor dann 30 Sekunden vor Schluss, um auf 2:5 zu erhöhen und das Spiel zu entscheiden, auch wenn die Rockets das Ergebnis wenige Sekunden vor Ende noch auf 3:5 stellen konnten. Somit blieben unsere Floor Fighters auch nach vier Spieltagen ungeschlagen.

Keine 24 Stunden später empfingen unsere Floor Fighters dann in der heimischen Schlossteichhalle keinen geringeren als dem amtierenden Deutschen Meister vom MFBC Leipzig, welcher mit gleichen Ambitionen in die neue Saison gestartet war. Neben dem jeher starken Kader konnte mit Samuli Granlund, der Top-Scorer der abgelaufenen Saison von den Red Devils Wernigerode, verpflichtet werden, womit die Offensive noch einmal verstärkt wurde. Des weiteren vertraten die Leipziger vor kurzem Deutschland beim EuroFloorball Cup in der Slowakei. Dort wurde das Halbfinale erreicht. Kurz gesagt: ein schwerer Gegner!

Das erste Heimspiel des Jahres in der Schlossteichhalle begannen die Chemnitzer etwas verschlafen und man hatte den Eindruck, das hart umkämpfte Spiel vom Vortag in Berlin steckte allen Spielern noch in den Knochen. Außerdem war gegen den Deutschen Meister und in der mit fast 300 Zuschauern gut gefüllten Halle zunächst auch eine gewisse Nervosität beim Heimteam zu spüren. So konnte Leipzig nach drei Minuten zum ersten Mal einnetzen. Im ersten Drittel hatten die Floor Fighters zwar einen hohen Anteil an Ballbesitz, woraus sich aber kaum zählbare Torchancen ergaben.  Der MFBC spielte mit einer starken Defensive und profitierte in der fünften Spielminute gleich zwei Mal von Chemnitzer Fehlern. Nach einem weiteren Konter in der 14. Minute ging Leipzig schon mit einer etwas glücklichen aber deutlichen 0:4 Führung in die Pause.

Auch nach der Pause hatten die Chemnitzer anfangs Probleme, wieder in die Partie zu kommen und vor allem ihre Torchancen zu nutzen. Leipzig spielte bis dato eine souveräne Partie gegen eine Floor Fighters Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf ihrem normalen Level spielte. So erhöhte der MFBC die Führung bis zur achten Spielminute sogar  mit 2 sehenswerten Treffern auf 0:6. Erst zwei aufeinander folgende Zeitstrafen für Leipzig brachten die Floor Fighters wenig später zurück ins Spielgeschehen. Juho Kivinen erzielte im Powerplay das Anschlusstor für die Chemnitzer auf Vorlage von Max Syrjälä. Daraufhin wurden die Chemnitzer stärker und erarbeiteten sich nun auch wieder hochkarätige Möglichkeiten. Auf Vorlage von Magnus Scholz verkürzte Kapitän Hannes Langenstraß zum 2:6 Pausenstand.

Das letzte Drittel begannen die Chemnitzer mit einer ganz anderen Körpersprache und nach vier Minuten erzielt Gabriel Bonifacio auf Vorlage seines Bruders Vincent das 3:6. Damit waren die Floor Fighters wieder im Spiel und erhöhten weiter den Druck auf Leipzig, die mittlerweile nur noch mit zwei Reihen agierten. Knapp eine Minute nach dem 3:6 erzielte Maximilian Schröder nach Vorlage von Juho Kivinen das 4:6. Die Halle kochte nun und die Zuschauer spürten, dass hier heute noch was gehen könnte für die Chemnitzer Jungs. Unsere Floor Fighters erhöhten die Schlagzahl weiter. Das Team fand im weiteren Spielverlauf immer bessere Lösungen gegen das System der Leipziger, und Maximilian Schröder leitete mit einem schönen Pass das 5:6 durch Max Syrjälä ein. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel wieder vollkommen offen und Chemnitz hatte größere Spielanteile. So glichen unsere Floor Fighters in der 14. Spielminute verdient zum 6:6 durch Maximilian Schröder aus. Nun war das Spiel wieder ausgeglichen und beide Mannschaften versuchten, das entscheidende Tor zu erzielen. Leipzig nutzte seine Chance in der 17. Minute und ging nach einer Freischlagvariante mit 6:7 in Führung. Letztendlich versuchter unser Chemnitzer Team in den letzten Minuten noch einmal alles, doch das Tor wollte trotz des sechsten Feldspielers und guter Möglichkeiten nicht mehr fallen.

So mussten sich unsere Floor Fighters nach einem starken Comeback mit einer knappen Niederlage gegen Leipzig geschlagen geben. Dennoch zeigten die Chemnitzer ihr großes Potenzial in dieser Saison und erwarten am kommenden Samstag (02.11.19) um 18 Uhr den ETV Piranhhas Hamburg in der Schlossteichhalle zum nächsten Heimspiel.

Jan Seipel