Newsbeitrag

U15 erkämpft Silber bei der Deutschen Meisterschaft

von Sebastian
Die acht besten U15-Kleinfeld-Teams Deutschlands spielten am 24./25 Juni in Donauwörth um den Titel. Mit dabei war auch unser FLOOR FIGTHERS-Team, das sich durch Platz 2 in den Play-Offs und den Sieg in der Qualifikation gegen BAT Berlin den Startplatz sichern konnte. Bereits am Freitag machte sich der Troß aus 10 Feldspielern+Goalie und gut 20 Fans auf den Weg nach Bayern. Da sich das Team im Saisonverlauf oft schwer tat, das eigene Leistungsvermögen voll auszuschöpfen, sich nur selten mit hochkarätigen Gegner messen konnte und auch die Vorbereitung auf die DM nicht optimal verlief, waren die Erwartungen eher gedämpft. Schon das Erreichen des Halbfinales und damit ein Platz unter den Top 4 Deutschlands wäre ein Erfolg gewesen.
Nach der Eröffnungszeremonie ging es gleich ins erste Gruppenspiel gegen Tetenbüll. Gegen den unbekannten Gegner aus dem hohen Norden war das Spiel von beiden Seiten anfangs eher zurückhaltend und nicht wirklich überzeugend. Das erste Tor nach 3 Minuten gab uns dann aber Sicherheit, so dass wir die Kontrolle übernehmen und bis zur Halbzeit auf 3:0 erhöhen konnten. Auch danach behielten wir die Oberhand und konnten zwei weitere Tore nachlegen. Die folgende Umstellung auf drei Reihen und vor allem das unnötige erste Gegentor ließ die bisherige Souveränität aber völlig verfliegen. Zu oft wurde sich in Einzelsituationen verrannt und zu hektisch agiert. In der Folge häuften sich unglückliche Situationen und unnötige Fehler. Ein kurioses Eigentor durch einen doppelt abgefälschten Pass von hinter dem eigenen Tor und zwei Gegentore in Unterzahl durch „dumme“ Strafzeiten ließen das Spiel zur Zitterpartie werden. Eher glücklich als überzeugend schafften wir es aber und konnten die ersten 3 Punkte einfahren. Best Player auf Chemnitzer Seite wurde Camill. Im Anschluss wurde in der anderen Gruppe Halle (gegen die wir das Play-Off-Finale verloren hatten) von Nordheim/Ingolstadt mit 17:7 quasi überrollt. Vor allem die Intensität und körperliche Präsenz, die beide Teams dabei an den Tag legten, ließen die Chemnitzer Fans und Spieler angesichts der eigenen Leistung ziemlich ins Grübeln kommen. In der folgenden längeren Pause gab es deshalb von Seiten des Trainers, aber auch innerhalb der Mannschaft den Anstoß, das eigene Auftreten, den Willen und Kampfgeist zu hinterfragen und alles zu versuchen um dem Niveau der Gegner und der Bedeutung der Spiele gerecht zu werden.
Am Nachmittag war Holzbüttgen unser zweiter Gegner. Mittlerweile hatte sich die Temperatur in der Halle an die Außentemperatur von über 30°C angeglichen, so dass die Hitze eine enorme Belastung für die Spieler darstellte. Davon unbeeindruckt waren wir von Beginn an spielbestimmend. Der Aufbau über mehrere Passstationen funktionierte besser und das Team trat sichtbar als Einheit auf. Einzig die Chancenverwertung war ausbaufähig. Trotzdem stand es zur Pause hochverdient 4:0. In der 2.Hälfte mussten wir zunächst ein Gegentor hinnehmen, doch anders als im ersten Spiel ließ sich das Team davon nicht aus dem Konzept bringen. Es wurde weiterhin konzentriert nach vorne gespielt und der Gegner beherrscht. Der 12:3 Erfolg bedeutete gleichzeitig den Einzug ins Halbfinale, da wir nicht mehr von Platz 2 zu verdrängen waren. Die Freude darüber war natürlich riesig, vor allem da das Team gezeigt hatte, wozu es fähig ist. Zum besten Spieler wurde Filip gewählt.
Im letzten Spiel des Tages ging es gegen den stärksten Gruppengegner, die RedHocks Kaufering, den Süddeutschen Meister. Das Team war bisher ebenfalls ungeschlagen, so dass das Spiel über den Gruppensieg entschied. Die Temperatur in der Halle war gefühlt noch weiter gestiegen und aus unserem Team musste bereits ein Spieler mit Kreislaufproblem auf einen Einsatz verzichten. Das Tempo auf dem Feld war dementsprechend moderat. Trotzdem war es eine sehenswerte Partie, da beide Teams vor allem spielerisch überzeugten. Den frühen Rückstand konnten wir zum 2:1 drehen und waren in der Folge das bessere Team, mussten aber kurz vor der Pause noch den Ausgleich hinnehmen. In der zweiten Hälfte blieben wir weiter am Drücker und konnten 3 weitere Tore erzielen. Den zunehmend entmutigten RedHocks gelang kein weiterer Treffer, so dass am Ende ein 5:2 Sieg stand. Best Player wurde Goalie David. Damit standen wir als ungeschlagener Gruppenerster im Halbfinale, ein Erfolg und vor allem eine mannschaftliche Entwicklung, mit der nach dem ersten Spiel niemand gerechnet hatte.
In der Gruppe A wurde die Platzierung über das Torverhältnis entschieden, da gleich 3 Teams jeweils 2 Siege auf dem Konto hatten. Erster wurde Nordheim/Ingolstadt vor den Saalebibern Halle, die sich Platz 2 durch eine beeindruckende Leistung gegen den Vorjahressieger aus Hamburg erkämpft hatten. Damit kam es in allen Platzierungsspielen zu regionalen Derbys. Für uns ging es „leider“ gegen den Ostdeutschen Meister aus Halle – leider, da sich neben der regionalen Verbundenheit auch menschlich ein super Verhältnis zwischen den jeweiligen Fans und Teams entwickelt hatte. Jeder gönnte dem anderen den Erfolg und beide Mannschaften hätten gerne das Finale gemeinsam bestritten.
Schon vor dem Anpfiff herrschte eine tolle Atmosphäre in der Halle, beide Fanlager gaben alles um die Jungs zu unterstützen. Auf dem Feld entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit guten Chancen auf beiden Seiten. Unsere Führung glich Halle aus, mit 1:1 ging es in die Pause. In Hälfte 2 gelang erneut die Führung, die wiederum egalisiert wurde. Das Spiel entwickelte sich zum Thriller, da klar war, dass voraussichtlich ein weiteres Tor die Entscheidung bringen würde. 3 Minuten vor dem Ende war es Fabian, der mit Energieleistung den Ball versenkte und den Chemnitzer Anhang ausflippen ließ. Als er kurz darauf noch ein Tor nachlegte, war das Spiel entschieden. Halle versuchte noch mit 4 Feldspielern heranzukommen, doch nach einem Empty-Net Tor durch uns gelang ihnen nur noch das 3:5. Damit standen wir sensationell im Finale und hatten den zweiten Platz bereits sicher.
Im Finale ging es gegen den Gastgeber die SG Nordheim/Ingolstadt. Das Team zeichnete sich durch eine extrem effektive Verwertung seiner Chancen aus und hatte sich auch durch eine sehr robuste Spielweise an der Grenze des Erlaubten den Platz im Finale erkämpft. Mit dieser Spielweise hatte man sich aber nicht unbedingt beliebt gemacht. Deshalb waren die Sympathien in der Halle, abgesehen von den Heimfans, auf Chemnitzer Seite. Dementsprechend war schon allein die Stimmung in der Halle fantastisch. Das Spiel begann aus unserer Sicht katastrophal, da der Gegner jede sich bietende Chance zum Torschuss nutzte und auch hochprozentig traf. Oftmals rechnete unsere Verteidigung und auch der Goalie gar nicht mit dem Abschluss und wurde dadurch überrascht. Bis auf 5:0 nach 15 Minuten zog Nordheim davon. Bei einigen Spielern in unserem Team waren erste Anzeichen von Resignation spürbar, da wir selbst im Angriff durchaus gefährlich waren, aber am Goalie oder Aluminium scheiterten. Als dann aber doch das erste Tor für uns fiel, brachen alle Dämme und das Team zeigte in den 5 Minuten bis zur Pause die beste Leistung der Saison. Der Gegner wurde förmlich an die Wand gespielt und das Tor stand unter Dauerbeschuss. Zwei weitere Tore wurden erzwungen. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff traf noch ein Schuss das Lattenkreuz. Mit viel Adrenalin und Zuversicht starteten wir deshalb in die zweite Hälfte. Doch der Start ging leider erneut ziemlich schief. Ein schnelles Gegentor, eine völlig unberechtigte Zeitstrafe mit Gegentor und unmittelbar danach der nächste Gegentreffer ließen die Hoffnung beim Stand von 3:8 fast schwinden. Als kurz darauf erneut ein Spieler auf die Strafbank musste, schien das Spiel gelaufen. Doch die Mannschaft zeigte ihr großes Kämpferherz und versuchte trotzdem alles. In Unterzahl gelang ein traumhaftes Volleytor und brachte die Fans nochmal zum Jubeln. In der Folgezeit hielt man weiter dagegen und ließ keine weiteren Gegentreffer zu. Uns selbst gelang aber trotz 5-minütigem 4 gegen 3 Spiel kein weiterer Treffer. Mit erhobenem Haupt und unter lautstarkem Jubel der Fans beendeten wir damit die Deutsche Meisterschaft auf Platz 2. Best Player im Finale wurde Pepe S. Glückwunsch an die SG Nordheim/Ingolstadt zum verdienten Titelgewinn.
An dieser Stelle möchte ich mich bei den Eltern und Fans bedanken für die tolle Stimmung in der Halle, die Unterstützung und Hilfe an diesem Wochenende und in der Saison. Vor allem aber danke an jeden einzelnen meiner Spieler, dass ihr trotz der krassen Temperaturen so einen Einsatz und Willen gezeigt habt. Ihr habt mich und auch die Fans wirklich überzeugt und stolz gemacht, und das Turnier hoffentlich auch für euch zu etwas ganz Besonderem gemacht! Ihr habt mir und euch selbst bewiesen, zu was für Wahnsinns-Leistungen ihr mit der richtigen Einstellung fähig sein…Danke!
Es spielten (Tore/Vorlagen):
Alex (1/2); Camill (7/6); David (T/C; 0/1); Fabian (10/2); Filip (3/3); Luis (3/0); Lukas (1/0); Malte, Pepe S. (5/7); Pepe W. (1/2); Rouven

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