Newsbeitrag

U15-KF wird ostdeutscher Vizemeister

von Sebastian

Unser U15-Kleinfeld-Team war am 06. Mai Gastgeber der diesjährigen Playoffs. Die 8 besten Teams aus 2 Staffeln spielten dabei um den Titel des „Ostdeutschen Meisters“. Zugleich qualifizierten sich die beiden Finalisten für die Ausscheidungsspiele um die Teilnahme an den deutschen Meisterschaften.

Als ungeschlagener Staffelsieger gingen die FLOOR FIGHTERS zumindest als Mitfavorit an den Start. Dass der KO-Modus der Playoffs auch für Favoriten durchaus seine Tücken hat, musste die Chemnitzer U15 in den letzten Jahren aber das ein oder andere mal erfahren. Umso wichtiger war es, von Beginn alle Spiele mit der nötigen Intensität und Konzentration anzugehen.

Im Viertelfinalspiel gegen den 4. der anderen Staffel aus Großörner brannte unser Team zu Beginn ein Feuerwerk ab. Bereits nach 5 Minuten war das Spiel beim Stand von 5:0 quasi entschieden. Die Torchancen wurden in dieser Phase gut herausgespielt und effektiv genutzt. Im Gefühl der Überlegenheit kam danach jedoch ein Bruch ins Spiel, vermehrt wurde sich in Einzelaktionen verrannt und der Gegner durch Ballverluste zum Kontern eingeladen. So kam auch Großörner vermehrt zu Torabschlüssen. Der Rest der ersten Hälfte ging 1:1 aus, so dass man mit einer 6:1 Führung in die Pause ging. Die Pausenansprache zeigte nur begrenzt Wirkung, da die eigentliche spielerische Überlegenheit nicht wirklich zu Dominanz auf dem Feld führte. Zwar war man jederzeit Herr der Lage und ließ den Gegner nicht wirklich gefährlich herankommen, die Struktur im eigenen Spiel und die Kombinationen der ersten 10 Minuten konnte unser Team aber zu selten wieder aufs Feld bringen. Mit dem 11:5 Endergebnis war aber auf alle Fälle die Pflichtaufgabe und erste Hürde auf dem Weg ins Finale gemeistert.

Im Halbfinale ging es gegen den Dauerrivalen aus Wernigerode. Dieses Team ist in dieser Saison vor allem durch 2-3 individuell herausragende Spieler geprägt. Die Herausforderung lag also darin, die Balance zu finden zwischen Risikominimierung gegenüber diesen gefährlichen Spielern und offensiven Akzenten, wenn diese nicht auf dem Feld standen. Das funktionierte lange Zeit auch sehr gut. Wir waren das gefährlicher Team mit besserer Spielanlage und mehr Chancen, von denen zwei genutzt wurden. Umso ärgerlicher waren zwei Aussetzer in der Verteidigung, die Wernigerode in der letzten Minute vor der Pause zum Ausgleich kommen ließen. Kurz nach der Pause gingen die Harzer sogar in Führung, die aber umgehend ausgeglichen werden konnte. Danach patzte man aber leider erneut und wieder doppelt, so dass man trotz tollem Einsatz plötzlich mit zwei Toren hinten lag. An dieser Stelle hätte das Team nervös werden oder schon aufstecken können. Tat es aber nicht, sondern die Jungs kämpften weiter. Innerhalb von 4 Minuten konnte man das Spiel wieder drehen und mit 5 Toren am Stück sogar ein beruhigendes 3 Tore-Polster schaffen. Als der Gegner 90 Sekunden vor Schluss noch eine doppelte Zeitstrafe kassierte, war das Spiel durch. Es fiel noch jeweils ein Tor, so dass am Ende ein 9:6 Sieg im wahrsten Sinn gefeiert wurde. Die Schwachstelle an diesem Tag, individuelle Fehler in der Defensive, konnten in diesem Spiel durch viel Einsatz und Teamgeist kompensiert werden. Lohn dafür war der Einzug ins Finale und schon einmal die Teilnahme an der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.

Im Finale ging es gegen die Saalebiber Halle. Der ungeschlagene Staffelsieger der anderen Staffel war mit dem klaren Ziel des Titelgewinns und der Qualifikation zur deutschen Meisterschaft angereist. Das wird vor allem durch 4 körperlich und technisch sehr gute Spieler geprägt, von denen zwei schon für das 2. Herren-Team in der Regionalliga auflaufen und einer sogar dort Top-Scorer ist. Nicht zuletzt das 15:1 Halbfinal-Ergebnis gegen den zweiten unserer Staffel, den SC DHfK Leipzig, war ein klarer Hinweis auf die Stärke des Teams.

In der ersten Hälfte entwickelte sich ein spannendes aber sehr taktisch geprägtes Spiel. Beide Seiten wollten sichtbar das Risiko minimieren und sicher spielen. Die frühe Chemnitzer Führung glich Halle kurze Zeit später aus. Danach gab es immer wieder Chancen auf beiden Seiten, wobei die qualitativ besseren bei uns lagen, der Ball aber oft nicht über die Linie wollte. Halle nutzte hingegen eine seiner Chancen, um in Führung zu gehen. Beide Teams waren absolut auf Augenhöhe und es war absehbar, dass Kleinigkeiten über den Sieg entscheiden würden. Mit einem knappen 1:2 Rückstand ging es in die Pause. Es gab eigentlich kaum etwas zu bemängeln, so dass die Maßgabe vor allem hieß weiter mit vollem Einsatz gegen die „Athleten“ aus Halle gegenzuhalten. Unmittelbar nach der Pause folgte jedoch leider die Phase, in der das Spiel unglücklich kippte. Der Bully wird gewonnen, der Ball kontrolliert, aber blind zurückgepasst, wo keiner steht. Der Gegner holt sich den Ball und es steht nach 14 Sekunden 1:3. Eine Minute später geht ein Hallenser mit dem Ball am kurzen Pfosten hinter unserem Tor nach vorn. Unser Goalie schnappt sich den Ball, wird dabei vom Gegenspieler über den Haufen gelaufen und der Ball findet unglücklich den Weg ins Tor. In den Augen der Schiedsrichter nicht strafwürdig, es wird nicht einmal auf Eigentor entschieden, obwohl nicht ansatzweise ein Torschuß stattfand – 1:4 nach 1:40 Minuten. Nur 20 Sekunden später Schuss aus spitzem Winkel, der pariert wird, in der Mitte ist der Hallenser die Zehntel-Sekunde eher zur Stelle und bekommt den Ball genau auf die Kelle – 1:5 nach 2 Minuten. In der folgenden Auszeit geht es vor allem darum, klar zu machen, dass diese Art von Gegentoren zu billig ist und die eigene gute Leistung ruiniert. In der Folge ist dem Team natürlich die Verunsicherung anzumerken, zumal Halle auch geschickt den Ball in den eigenen Reihen hält. Mit der Zeit berappeln sich die Jungs und es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch. Aber immer wieder werden unsere Schüsse geblockt, gehen knapp vorbei oder der Goalie hält überragend. Halle schwimmt auf der Welle und lässt sich auch vom 2:5 durch einen Fernschuss nicht aus der Ruhe bringen. Kurz später wird der 4 Tore Vorsprung wiederhergestellt. Doch wir kämpfen weiter und sind gleichwertig. 4 Minuten vor dem Ende nehmen wir den Goalie zu Gunsten eines 4.Feldspielers heraus. Dadurch bekommt das Spiel nochmal ein neues Gesicht. Der Ball wird in der gegnerischen Hälfte gut laufen gelassen und einige gute Schussgelegenheiten werden erarbeitet (Ergebnis siehe oben). Aber auch Halle verliert an Souveränität und kommt fast nicht mehr in Ballbesitz. 2:30 Minuten vor Schluss gelingt uns das 3:6. Die Jungs haben wieder Hoffnung, das Publikum in der Halle steht, jede Aktion wird vom jeweiligen Anhang lautstark bejubelt, es ist ein würdiges Finale. Doch wie angesprochen sind die Kleinigkeiten heute nicht auf unserer Seite. Zwar drücken wir weiter, doch mehr als das 4:6 kurz vor Schluss will nicht gelingen.

Am Ende ein durchaus verdienter Sieg für Halle. Das Spiel hätte ohne die zwei Minuten nach der Pause aber auch in die andere Richtung kippen können. Für uns gilt ein Satz von Dirk Nowitzki

„Wenn du alles gegeben hast, kannst du dir nichts vorwerfen“.

Die Jungs können stolz auf ihre Leistung sein. Alle Zuschauer, Eltern und auch der Gegner können das nur bestätigen.

Um den Traum von der Teilnahme an der deutschen Meisterschaft umzusetzen muss diese Leistung am 20. Mai in Berlin nochmal wiederholt werden. Dann geht es gegen BAT Berlin, den Ersten des Floorballverbandes Berlin-Brandenburg.

Im Namen der Mannschaft vielen, vielen Dank an alle, die zur Durchführung der Playoffs beigetragen haben – Schiedsrichter, Kampfgericht, Vorstand und vor allen Dingen den vielen unermüdlichen Helfern beim Catering, die darüber hinaus eine tolle Stimmung in die Halle gebracht haben!

Es spielten:

Alex (1/0); Camill (2/6); David (T/C 0/1); Fabian (7/1); Filip (2/2); John (T); Luis (3/2); Lukas (0/2); Malte (2/0); Pepe S.(4/1); Pepe W. (0/2); Rouven (2/1)